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Transhumanismus - Perspektiven, Chancen, Risiken Ein Symposium zur Bio- und Technikethik der Zukunft Samstag, 5. Dezember 2015 in Nürnberg, Marmorsaal  
© Gesellschaft für kritische Philosophie/Humanistische Akademie Bayern 2015

Herzlich willkommen.

Transhumanismus-Symposium in Nürnberg

Das Ziel: Eine Menschheit, die ihre eigene Evolution aktiv in die Hand nimmt und den Einzelnen biologisch wie technisch immer weiter „verbessert” - bis der Mensch die nächste evolutionäre Stufe erreicht, auf welcher er kein „Mensch” im Sinne seines heutigen biologischen Entwicklungsstandes mehr wäre. Francis Fukuyama hält dies für die „gefährlichste Idee der Welt”, die Transhumanisten sehen darin eine Chance für die Menschheit und den Humanismus. In jedem Fall stellen uns die stetig wachsen- den Möglichkeiten, die natürliche Ausstattung des Menschen ge- zielt zu beeinflussen und zu verändern, vor gesellschaftliche und ethische Herausforderungen bzw. Fragen, etwa nach den Kriterien erwünschter Optimierungen, nach der sozialen Zugänglichkeit neuer Techniken, nach empfundenen Zwängen zu ihrer Anwendung oder nach dem Wert der Natürlichkeit. Diese und weitere Fragen wollen wir bei unserem hochkarätig besetzten Symposium auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen und ethischen Debatte diskutieren. Zwar werden sich manche der transhumanistischen Träume vielleicht nie ver- wirklichen lassen. Und nicht wenige Zeitgenossen mögen bereits praktizierte Techniken wie die Kryonik (das „Einfrieren” eines Organismus, um ihn später wieder aufzutauen) oder geplante Techniken wie das „Mind-Uploading” (die Übertragung mentaler Inhalte vom Gehirn auf ein externes Medium) eher mit einem Kopfschütteln quittieren. Doch die Transhumanisten meinen es ernst - technisch, gesellschaftlich und politisch. Und manche ihrer Träume könnten auch schneller Realität werden, als wir uns derzeit vorstellen können. Weltweit werden genetische Eingriffsmöglichkeiten zur optimierenden Planung der Nachkommenschaft erforscht, pharmakologisches Enhancement nimmt stetig zu, und erste Produkte zur individualisiert vernetzten Informations- verarbeitung sind bereits im Handel, etwa die Datenbrille, die Datenuhr oder auch das Smartphone. Diese Entwicklungen werden durch vielfältige und weitgehend akzeptierte Überschneidungen mit kurativen Forschungen beschleunigt, die sich mit Defekten sowie mit Krankheits- und Unfallfolgen befassen (siehe z.B. Neuroimplantate). Aus alldem ergeben sich philosophische, ethische und rechtliche Konsequen- zen, die bisherige Denkmuster in Frage stellen, und die seit Mitte des vorigen Jahrhunderts verstärkt als eigene Richtung bedacht werden. Heute werden die vielfältigen Facetten hinsichtlich der Optimierung des menschlichen Körpers wie der menschlichen Intelligenz vor allem im angelsächsischen Raum und in der kalifornischen Ideenschmiede Silicon Valley heiß diskutiert und forciert. Sogar transhumanistische Parteigründungen sind bereits in vielen Ländern erfolgt. Hinter den Versprechungen, aber auch hinter den Befürchtungen, die mit dem Schlagwort „Transhumanismus” verbunden werden, stecken Elemente des Menschenbildes, die bis in politische Entscheidungen hineinwirken. Die Tagung will diesen Bezug zum Menschenbild herstellen und vor dem Hintergrund einer aufgeklärten Moderne kritisch reflektieren. Unser diesjähriges Symposium widmet sich also einem ebenso aktuellen wie kontroversen Thema - seien Sie dabei und diskutieren Sie mit! Ihr                                                 &
Dr. Frank Schulze
Helmut Fink
Die Beiträge des Symposiums werden in der Schwerpunkt- ausgabe 2015 der Zeitschrift „Auf- klärung & Kritik” dokumentiert. Diese können Sie direkt bei der Veranstaltung erwerben oder über die GKPN beziehen (per E-Mail an: info[at]gkpn.de).